05.01.09

Permalink 07:01:41, Kategorien: Tagebuch, 1071 Wörter   German (DE)

nepal die erste

Nepal…in fluggeschwindigkeit neues terrain unter den fuessen.
Worte?
Schwer auffindbar in der hindersten ecke meines ich’s. Zu schnell wird das ungewohnte zum unbewussten alltaeglichen. Den ersten augenblick der verwunderung, des staunens nicht ausgekostet und in worte gefasst. Ein liedschlag zu spaet und fortgetragen sind die buchstabenketten, wie blaetter im wind wehen sie leise weg. Zurueck bleibt eine leere flaeche scheihnbar ohne vergangenheit.
Ein erblindeter im licht der welt, tapt vorsichtig in das dunkle seines innern, auf der suche nach den fragmenten farbiger erinnerungen.
Gedankenfetzen wehen, blitzen auf, erleuchten fuer augenblicke das dunkle, wie das licht der gluehwuermer in den schwuehlheissen naechten srilankas.
Nepal, es duftet nach leben und tot, eine gewagte mischung, kinderleicht zusammengestellt. Feinste raeucherstaebchen, gewuerze des orients, blumen, heiliger kuhmist, mottenkugeln, verderben, es riecht nach staub und trockenheit, im ersten moment scheihnbar gnuessliches, wandelt sich im naechsten augenblick in abscheulichsten gestank. Ein fest fuer die sinne. Farben bestimmen den alltag. Morgens noch vor dem ersten leuchten der sonne, huschen bunte gewaender durch die grauen strassen. Rot, gelb, gruen, blau, pink, nepalifrauen tauchen taeglich von kopf bis fuss in die farben des regenbogens. Der gang zum temple ein morgenritual, das allsehende, dritte auge in farben auf die stirn gemalt, blumen, butterlampen, reis, milch als opfergaben fuer die goetter. Das kurze, helle auflaeuten der gloecken vor jedem heiligtum, das in scheihnbar unbewusster handlung zum taeglichen gehoert, wie das putzen der zaehne. Die ersten waermenden strahlen des himmels, zaubern aus der morgenhaerte, die sanftheit des tages, die sich schon bald in dumpfer mittagshitze entlaedt, bevor sie sich in der dunklen kuehlheit der nacht verliehrt.
Die buntheit des wohlstands mischt sich mit den tristesten toenen der armut. Krank, missgebildet, verstuemmelt, ausgesetzt, so vielfaelltig muessen die hintergruende der bettelnden schicht sein, die vor dem alter keine grenzen kennt. Strassen jungs, die sich ihre taegliche portion glueck in billigstem klebstoff erschnueffeln. Muetter, die um das leibliche wohl ihrer zoeglinge besorgt, jeden passanten um einen rupee anbetteln. Alte, krank und gebrechlich, zu muede um fuer ihr taegliches brot selbst aufzukommen. Verstuemmelte, missgebildete, nie eine chance erhalten, sich am “normleben” aktiv zu beteiligen, erwerben sich ueberlebensalmosen aus den gewissensbissen der gesunden.
Wir leben in kathamdu und erleben die andersartigkeit , fuellen unsere eintoenigen europaer gemueter mit vibrierenden impulsen der “dritten welt”.
Saugen wie trockne schwaemme all die farben, all das lebendige in uns auf. Mittendrin und doch daneben , bleiben wir betrachter des spektakels. Alles ist moeglich auf dieser seite der erde, das scheihnbar unwahrscheindliche wird hier zum leben erweckt. Das mag die gigantische anziehungskraft sollcher laender ausmachen. Nebst Nepal sind natuerlich laender wie indien und Pakistan die wahren meister dieser disziplin.
Doch wie gesagt, im handumdrehen wandelt sich sonderbares, in gewoehnlichen trott und man vermag kaum mehr mit der wimper zu zucken, wenn die bunte, heilige kuh, einmal mehr mitten auf der strasse fuer absolutes chaos sorgt.
Als sehende muessen wir uns bemuehen, nicht am ueberfluss zu erblinden und in einer welt voller licht, nicht voellig im dunkeln zu stehen.
Unsere kathmundu tage schimmern im glanz des jung-familien alltags. Eine der spannendsten endteckungsreisen ist das aufwachsen eines kindes mitzuerleben. Mit kindern scheihnen die normen der welt im nichts zu zerfliessen. Die welt macht kopfstand, naechte wandel sich zu tagen, die zeit verliehrt an bedeutung und ehe man sich umsieht, ist ein weiterer monat vorrueber gehuscht.
Zeit unsere erwachsenen gemueter und leiber wieder einmal mit mehr als nur windeln und schauckel-ein-schlaf-liedern zu beschaefftigen. Es gibt noch anderes…acht stunden nord-oestlich, ueber schlagloecher, berge rauf und runter, ueber bruecken, einen pass und um unzaehlige kurven…mit dem fahrrad – nein, mit dem bus, ob man bei diesem rostigen, klapprigen riesending ueberhaupt noch ehrenhaft von bus sprechen kann, sei dahingestellt. Ab in die natur, jiri-tal, ehemalige heimat von unseren zwei guten ch-freunden martin und urs, die ihre ersten, unbeschwehrten kinderjahre in dieser traumhaften umgebung erleben durften. Dank ihren eltern trudi und philippe, die nachhaltig fuer die entwicklung des lands, im speziellen dieses abgelgenen tales, ihr herzblut gegeben haben.
Wir sind neugierig mit eigenen augen zu erleben ,wo die wurzeln unserer freunde liegen. Einer ihrer frueherigen spielkameraden, durften wir in der schweiz kennenlernen, als dieser fuer drei monate auf der engstlerenalp, kant. Bern, in der kueche aushelfen durfte. Bei unserem letzten besuch im wunderschoenen Nepal haben wir uns die chance leider durch die lappen gehen lassen und dan bahadur nicht besucht. Dieses mal waehre es wahrhaft schandhaft ihm keinen besuch abzustatten.
Herzensgute gastfreundschaft, landleben,frische luft, heisse sonnentage und eisige naechte, praegen die zeit in jiri. Wir kommen in den genuss mit dan’s grossfamilie zu leben und erfahren wie einfach der alltag mit einem baby sein kann, wenn mehr als nur vier haende und arme zum schauckel da sind und mehr als zwei muender troestende worte sprechen und einschlaefernde lieder singen. Vorteil des zusammenlebens ueber generationen.
Das wandern ist des mueller’s lust und die wunderschoene umgebung und die nahen bergriesen der himmalkette locken. Doch kostet ein ausflug dieser sorte seinen preis, im speziellen nach fuenf monaten unsportlicher baby-pause. Sehen wir es als ‘rueckbildungs-gymnastik ala Nepali”.
Nach all dem schoenen mit- und fuereinander, sehnen wir unsere alte freiheit zurueck und beschliessen die feiertage ganz im stillen, fuer uns allein in kathmandu zu verbringen.
Funkeln die weihnachtstage nicht im trauten, warmen kerzenlicht, im zeichen der familie…kein wunder dass bei uns die stimmung auf frostige unternull sinkt.
Unser dahin plaetscherndes baechlein des heimwehs, waechst in diesen tagen zu einem reissenden strom an, der all die froehlichkeit am ufer , unachtsam in die tiefen reisst.
Gelaehmt vom schmerz, leiden wir. Stehen still, drehen am selben punkt.
Wollen nur noch eins, doch kennen wir den preis, der eine voreilige heimkehr kosten wuerde. Kultur- und temperatur schock der hoeheren klasse, schwer verdauliche kost, die in den meisten faellen, mit baldigem aufstossen des fernweh-fiebers zu begleichen ist.
Wir wollen unsere suppe noch ein wenig koecheln lassen, bevor wir sie ganz ausloeffeln. Der letzte loeffel soll ein bewusster genuss sein, dessen nachgeschmack noch lange vorraetig in uns sein wird.
Das christkind kommt unerwartet, in form zweier mail’s zu uns…zum einen uebernimmt meine krankenkasse alle vor- und geburtskosten,jeeppp! Nicht von schlechten eltern, dieses geschenk.
Zum andern meldet sich die ch-firma leggero auf unsere fahrrad-kinderanhaenger-sponsoring-anfrage mit gruenem licht. Wir koennten somit ab februar mit dem neusten leggero 09 modell durch die welt kurfen. Ob wir uns noch so lange fern der heimat halten koennen, bleibt jedoch Hoechst fraglich.
lassen wir uns ueberraschen wie die geschichte weiter geht...

Permalink 06:36:43, Kategorien: Tagebuch, 56 Wörter   German (DE)

jahreswechsel...

Oh zia, oh zia…..oh,zia mamma mia………

Silvester verschlafen, als jung-eltern ist man fuer manche dinge schlicht zu muede!!!!

Euch allen einen guten start in ein neues, rundes, spannend, nettes kalenderjahr

!!! Happy 2009 !!!

Ein zueckerchen vorweg, wir duesen im neuen jahr auch wieder im ch-lande umher, also haltet ausschau nach der feuerrakette zia...und unserer wenigkeit!

26.11.08

Permalink 09:11:56, Kategorien: Tagebuch, 1181 Wörter   German (DE)

Thailand die letzte nov. 08

Du schlaefst
Zeitlos
Von deinem anblick befangen
Unerloesbar
Tausend sonnenstrahlen tanzen in meinem gesicht
Schwehrelos

Bye bye koh samui…

Knapp zwei monate inselleben liegen hinter uns.
Zeit der ruhe, ankommen-gefuehl von zuhause, warten, momente der freude, augenblicke des glueck’s, aufregung, neubeginn, langeweile, spannung, vorfreude, ungeduld, explosion- zu dritt – neue dimension....

Stolz, wie neugeboren, abschied uma und upa, wir drei beschnuppern uns, nase an nase, gewoehnungsbeduerftig, gluecksregen-glueckssegen, grenzenerfahren, geniessen, neue ziele, aufbruch, loslassen, neuland betretten.

....zu dritt zurueck nach bangkok...

Zia in der ch anzumelden und seinen pass zu beantragen kostete uns mehr zeit als gedacht und manchen tags auch einen haufen energie.
Der warteraum wurde zum intensivem kennenlernen zu dritt. Fuer marcel war es auch „zeit des lernens“ , erfolgreich wie es scheihnt, ist er nun stolzer, diplomierter, thai- und fussmasseur. Aus eigener erfahrung, waermstens zu empfehlen! Fall’s euch marcel wieder einmal ueber den weg laeuft, packt die gelegenheit.
Zia hat uns einen monat lang ganz schoen gefordert. Wir sind ins eiskalte wasser gefallen, wild haben wir gepadelt und gestrampelt, den kopf ueber wasser gehalten um einen atemzug schlaf und ruhe zu gewinnen.
Fuer mommo ist die welt so neu und spannend, dass er alles in sich aufsaugen moechte, den ganzen tag mit wachen augen, sammelt er all die wunderlichen neuigkeiten. Wer mag den da an erholsame pausen denken, zia wohl kaum, waehrend ich vor muedigkeit bereits in der lage bin an ort und stelle in tiefsten schlaf zufallen. Steht fuer zia fest, hier mach ich kein auge zu und komme tag’s ueber nicht mehr als 10min. am stueck zur ruh, lieber quaengele ich und schrei, gebe alles was ich kann und werde nur sanft, wenn man mir wieder all die herrlichkeiten zu auge fuehrt.
Meine schwangerschaft auf raedern haben marcel und ich manchmal verflucht, dass andauernde schauckeln hat es mommo derart angetan. So konnten wir ihn nur beruhigen wenn er dicht im tuch, an unsere koerper geschlungen war und wir uns staendig bewegten. Wehe dem, der einen moment still steht oder es gar wagt, sich zu setzen, ohrenbetaeubendes geschrei, wird seine strafe sein.
Vollzeit job, rund um die uhr, von einem tag von null auf hundert ohne pause....als uns dann langsam alle einschlaf – beruhigungs - versuch - ideen ausgingen, wurde unsere „immer wache feuerrakette“ zum friedlichen, freundlichen schlummer baby.
Seit der fuenften woche strahlt er nun, babbelt uns geschichten vor und liegt auch mal nur so friedlich da und schaut der welt alleine zu. Schlaeft nun fast immer ein laengeres tages schlaefchen und scheihnt innerlich zur ruhe gekommen. Wir schnaufen laut auf, einmal, zweimal und gleich noch einmal. Dank zia’s tagesschlaefchen, gewinnen wir freiraum fuer uns und unsere zweisamkeit. Wie guet dass 3,4 stunden ruhe tun, lernt man ganz neu zu schaetzten.
Unser zuwachs bringt eine enorme veraenderung mit sich, wow, da muss man sich ersteinmal dran gewoehnen, fahrad-um-die-welt-touren sind dagegen zuckerschlecken. Was friedliche weltenbummler in fahrt bringt, muss anscheihnend erst geboren werden.
Zia hat sich lauthals auf den platz des „nummber one“ hochgekaempft und uns unweigerlich zu verstehen gegeben, wer hier nach welcher pfeife tanzt. Nun liegen wir unserem kaiser zu fuessen und feilen an den rafinessen, die faeden unmerklich wieder in unsere haende zu legen-tricky,tricky, aber wir kriegen den kleinen rakker schon noch hin...seit ihr mal froh, dass wir fernab der heimat sind und ihr unsern „sonnenscheihn“ nicht hueten muesst. Geniesst die ruhe vor dem sturm- nicht das es im nachhinein heisst, wir haetten euch nicht gewarnt.

Als wir nach bangkok zurueck kamen, war zia gerade mal drei wochen alt. Dass sich ganz thailand im „baby-wahn“ befindet, merkt man erst wenn man selbst eins hat. Es gibt kein spaziergang, bei dem nicht mindestens ein thai die kontrolle seiner selbst verliehrt. Wenn sie baby’s sehen, drehen sie im roten bereich.....schauen neugierig in sein tuch, streicheln seine haende, kitzeln ihn bis er die augen auf sie richtet, machen faxen und babbeln in babysprache mit unserem sohn. Dann die ueblichen fragen, wie alt, boy or girl.......oh sooo sweet!!!
Manchen tags kommt es uns vor, als wuerden wir wahrhaftig, den letzten kaiser durch bangkok chauffieren, so gross ist der rummel um zia. Maenner wie frauen, kinder, teenager, oma’s und opa’s, thai’s sind durch’s band absolute baby-fanatiker.
Mittlerweilen ist klein mommo stadt gespraech, alle kennen den „baby-falang“ (falang = auslaender), geboren in koh samui, dessen eltern mit dem rad gekommen sind und die jetzt alle hier auf zia’s pass warten.
Wer haette gedacht, dass wir am ende knapp zwei monate in bangkok verbringen. Ich liebe bangkok, auch wenn sie mit sicherheit nicht die kinder- und lebensfreundlichste stadt der welt ist, strahlt sie doch einen gewissen reiz aus. Wenn man erstmal ins bangkoker-quartier-leben eingetaucht ist, dann scheihnt der dampfende grossstadt-dschungel sich in laendliche dorfidylle zu wandeln. Bangkok ein grosses dorf unter wolkenkrazern.
Wir haben in dieser weile nicht nur zia besser kennengelernt, nein auch thailand, das land, die menschen und die kueche. Auch wenn es fuer uns nicht das spannendste und aufregenste reiseland ist, hat es doch einen platz in unseren herzen. Wir lieben die unkomplizierte lebensweise der thais, ihre freundlichkeit und derweilen auch launhaftikeit ihrer gemueter. Die kueche, eine der vielfaelltigsten und weltbesten in unserern augen, verzaubert die gaumen der besucher und lassen einen bleibenden nachgeschmack mit lust auf immer mehr.

Schnell schliesst man freundschaft mit thaifamilien mit babys, welche ungezwungen und offen ihren lauf nehmen. Gerne stehen sie einem mit rat und tat zur seite.
In der oeffentlichkeit wurden wir manchmal auch belaechelt oder gar belehrt, wenn wir mit unserem prinz im tuch spazieren gingen. Thailand befindet sich in einer entwicklungsstufe, in der die alten werte, neuem hinter an stehen muessen. So sieht man heutzutags nur mehr kinderwagen. Sein kind im tuch am koerper zu tragen, ist etwas das unterentwickelte, arme laender tun, so sehen es die modernen thais.
Ueber diese weltsicht haben wir oeffters die augen verdreht, alles neu, alles plastik, alles gut!
Thailand ersaeuft eines wundersamen tages im neuzeit-dreck, mich wirds nicht wundern!

Die tage streichen ins land und aus dem kleinen drei wochen alten saeugling ist ein zwei monatiges baby und besitzer eines ch-pass geworden.

Nun fuehlen wir uns wie ueberreife birnen nach dem fall, zeit fuer eine neuorientierung.
Die agaporniden fliegen wieder...
im wahrsten sinne des wortes, packen wir all unser hab und guet in eine dieser lauten, dreckigen luftbuechsen – auf dem einfachsten und schnellsten weg neuland entgegen. Die laender oestlich von thailand sind uns genauso bekannt wie die westlich. Ein groesserer szenenwechsel, den wir nun wirklich herbeisehnen, bringt die weiterreise westwaerts. So lautet unser altbekanntes neuland im westen.... nepal.
Koenigreich der berge, wo himmel und erde sich beruehren.
Eine veraenderung auf die wir uns freuen, frisches, trockenes klima, andere duefte und gewuerze im essen, neue gesichter, indien und tibettoutch und natuerlich die groessten bergriesen der welt, die wir zia zeigen moechten.
Mehr als fuenf monate thailand lassen wir zurueck. Eine lange zeit fuer zugvoegel. Unsere fluegel sind schon fast ein wenig gestuzt, doch frischer wind sammelt sich unter ihnen beim betrachten der bilder des vergangenen jahres und das fernweh ueberwiegt noch einmal unserem wachsendem heimweh....

17.09.08

Permalink 12:33:48, Kategorien: Tagebuch, 324 Wörter   German (DE)

1 Jahr

Ihr merkt, der mutter geht’s schon wieder flotter...

Der 16. liegt hinter uns. Somit sind wir bereits 1 jahr auf achse!
Grund zum feiern!!!
Wer haette gedacht dass wir heute ein jahr spaeter hier in thailand sind, mit einem gepaeckstueck mehr.....
Wenn wir so zuerueck denken, dann haben wir uns noch vor einem jahr irgendwo auf dem schwarzen kontinent gesehen.....im kampf mit den loewen, angesicht zu angsicht mit der wildniss.
Unser loewe ist zwar noch nicht ganz ausgewachsen.....aber wenn er zum bruellen sein maul aufreisst, wuerde ganz afrika fuer einen moment den atem anhalten.

Anders als gedacht und ertraeumt, ganz unvorhergesehen und mit vielen ueberraschungs momenten, hat dieses jahr seinen lauf genommen. Schoen sich treiben zu lassen und die feste zu feiern, wie sie fallen.
Freude ueber dies unerwatete geschenk, um einen kraeftigen, stolzen sohn und etlichen erfahrungen reicher. Der kreis der liebe, hat sich somit geschlossen. Der kreis dieser reise ist noch nicht zur vollen rundung gelangt, beginnen wir nun dies zweite jahr auf raedern mit dem ziel der vollendung. Dies und nicht mehr, soll unser bescheidenes motto sein. Der alltag mit zia ist spannendes neuland fuer uns alle, wir entdecken tag fuer tag neue welten und erforschen unbekannte universen. Mommo bringt unser vagabundenleben in neue dimensionen.

Bald geht’s nach bangkok zurueck, werden wohl ein weilchen bleiben, in der stadt der engel, ein reisepass fuer unser sohn muss her, bevor sich sesam oeffnet und uns drei, all die irdischen wunder zu fuessen liegen.

Marcel traeumt schon jetzt vom wiedersehen mit seinem rad und malt sich die tollsten bangkok by bike abenteuer aus.
Waehrend mein kaiserlicherschnitt noch etwas ruhe verlangt, schreit mein gemuet bereits nach beweglicheren tagen.
Unser mommo uebt schon fleissig strampeln, geniesst seine wachen momente schon jetzt am liebsten in bewegung und bei rythmischen schauckeln wuerde er schnurrlen wie eine hauskatze, wenn er denn eine waere. Somit scheihnt er einem plaetzchen im wagen an unserm hinterrad nicht abgeneigt zu sein...

12.09.08

Permalink 10:54:47, Kategorien: Tagebuch, 553 Wörter   German (DE)

zia nimo mommo

Am tag meiner geburt hat der himmel geweint.
Energie aus liebe und glueck entfacht
in zwei leuchtenden augen
voll neugier und hoffnung erwacht.
Mama, 10. 9.2008

Dass ich es nicht mit der eile habe, ist euch bestimmt schon aufgefallen.
Zu gemuetlich war es in mamas riesen bauch, schauckelte ich hin und her.
Hoerte mama und babu zu und vernahm hin und wieder eine andere stimme, die zu mir sprach.
Das rauschen der wellen hat mich in den schlaf gewiegelt.
Mamas feines essen hat mein baeuchlein wachsen lassen.
Babu spielte mir die schoensten lieder auf seiner gitarre vor.
Kein wunder hat es mir da gefallen.
Doch der platz wurde langsam knapp und ich konnte nicht mehr nach lust und laune strampeln.
An allen ecken und enden stiess ich an.
So entschloss ich mich elf tage spaeter zum auszug.
Wusste ich doch, das ich schon sehnsuechtigst erwartet werde.
Aber blos nicht zu schnell.
Gut ding will weile haben, hoerte ich meine mama mal sagen.
Nach 20 stunden wehen war weit und breit noch nichts von mir zu sehen.
Meiner mama gingen allmaehlich die kraefte aus, hebamme und arzt wusste weder ein noch aus.
Raus musste ich das war klar, mein kopf sass jedoch fest.
Der rettende schnitt ala kaiser, sollte mir und mama helfen.
Mama war erleichtert dass das leiden ein ende fand.
Fuer babu, uma und upa begann die zeit des hoffens.
Um 20:14 uhr wars dann soweit.
Meine mama schlummert friedlich waehrend ich mit freuden schrei die welt begruesse.

Mein name ist zia-nimo-mommo

Zia: babylonischer name = licht, glanz
Nimo: tibetisch = sonne, gesegnet, sonntagskind
Mommo: arabisch = glaenzender geist

ich bin entgegen vieler vermutungen, unuebersehbar ein stolzer junge geworden.
Was fuer eine ueberraschung!
geboren am 7. 9. 2008 um 20:14 uhr im governement, puplic hospital, ko samui thailand.
Ich bin stolze 3,900 gramm und ganze 57 cm lang
Mit grossem vorsprung der groesste meiner station. Da kann mir keines der thai-baby’s dass wasser reichen.
Meine mama sagt ich sei das wunderschoenste baby des ganzen universums.
Mit funkelnden, sternenklaren augen.
Klein babu koennte man mir auch sagen, meinen uma und upa.
Mit offnen herzen wurde ich von allen empfangen.
Haette ich gewusst was mich hier draussen erwartet, waere ich bestimmt schon frueher gekommen.
Nun bringe ich vor staunen die augen kaum mehr zu und bin neugierig all die wundervollen dinge zu entdecken.
Die abenteuerlust ist mir ja quasi in die wiege gelegt worden und viele laender habe ich bereits bereist, jetzt freue ich mich mit babu und mama all die wunder dieser welt hautnah zu erfahren.

.....und eines tages natuerlich meine heimat die schweiz kennezulernen von der ich schon viel gehoert habe. Die wunderschoenen berge, fluesse und seen, dass herrliche gruen, waelder voller pilze, zwerge und feen und all die lieblichen blumen des fruehlings, die frische luft und eines tages der erste schnee.
All die lieben verwandten und freunde von denen babu und mama die spannendsten geschichten wissen, auf die freue ich mich am aller meisten!

Bedanken moechte ich mich von herzen bei all den lieben menschen, die ich noch nie gesehen hab, die mich mit geschenken ueberraschten als sei ich ein koenig....in wirklichkeit bin ich jedoch kaiserlich zur welt gekommen..

Fuer all die herzzereissenden worte und glueckwuensche auf unserer homepage, die so manche traene in babu’s und mama’s augen gebracht haben, bedanken wir uns alle drei mit glaenzenden augen und freudenschrei!

30.08.08

Permalink 11:08:36, Kategorien: Tagebuch, 577 Wörter   German (DE)

thailand die zweite.......wir stranden

Wenn walfische stranden

Wie fuehlen sich kugelrunde, schwere walfische wenn sie unverhofft sand unter dem hintern haben......
Unbeholfen, unbeweglich winden sie sich auf diesem untergrund, der sie festsitzen laesst und ihre freiheit einschraenkt.....brauchen sie doch gerade bei ihrem volumen die so sehr traegliche leichtigkeit ihres natuerlichen elements.....
Darin schwebt der dickste walfisch und wird zur anmutigen tiefsee-ballerina.

Unser wal tat sich anfangs schwehr. Wusste weder rechts noch links. Muehsam wand er sich im trocknen grund, sein unschluessiges gemuet machten das ganze kaum hilfreicher.

Das liebenswerte ungetuem gab nicht auf. Trotz den anfaenglichen schwierigkeiten, hat er eine loesung gefunden, die ihm half sich aus seinem elend zu befreien...sobald sein gemuet von dem neuen schimmer befangen war, wurde er leicht wie eine feder im wind und ein tor nach dem anderen tat sich ihm auf......zufrieden und geduldig erwartet er nun den grossen tag und freut sich schon jetzt ueber die „wiedergefundene leichtigkeit des seins“.

Die wellen rauschen in meinen ohren, die abentliche flut laesst den meeresspiegel steigen

Wir drei sind unterdessen gstranded.......haben nicht nur neuland entdeckt, nein auch gleich den schatz, samt gold und klunker.
„house for rent“
Stolz sitzen wir nun in unserem bescheidenen haus am meer.......unserer goldgrube.

Neben der aufregung, neugier und steigenden ungeduld ueber die bevorstehende geburt, geniessen wir es wiedereinmal mehr als nur ein zimmer zu besitzen. Eine eigene kueche, bad und veranda mit blick auf’s meer. Mit wenigen schritten sind wir mitten drin im grossen nassen teich.
Umgeben von tropischen pflanzen und kokspalmen sitzen wir im sand am strand, auf der nordseite ko samui’s. Wohl einem der letzeten ruhigen flecken, die noch nicht vom tourismus aufgefressen worden sind. Hier leben hauptsaechlich thai’s und langzeit thailandaufenthalter, die sich eingemietet haben. Gepraegt wird das strandbild durch die einheimischen, die taeglich ihr glueck beim fischfang testen oder mit ihren wasserbueffeln „gassi“ gehen.
Wir geniessen die ruhe und abgeschiedenheit, fernab von liegestuehlen, wassermopets, verkaeufer und tourihorden.

Mama und papa sind seit einer woche bei uns. Die hoffnung, die geburt ihres zweiten enkels nicht zu verpassen, die sie schon lange ins reisegepaeck gepackt haben, hat sich fuer sie erfuellt.
Wir hofften in aller stille auf das gegenteil....und haetten sie lieber bereits zu dritt empfangen.

Nun warten wir gespannt zu viert auf ein startzeichen von „bauch“.
Ausser einem „wildenwehensturm“ und einer riesen kugel die schon so weit abgsunken ist, dass sie jeden moment von meinen hueften fallen koennte, sind keine anzeichen fuer die baldige geburt zu erkennen.
Jemand scheinht es genauso gemuetlich zu haben, wie wir.....

Kaum auszudenken in welcher ungeduld wir uns suhlen wuerden, waere da nicht die ablenkung guter gesellschaft. Perfekt das sie gleich in der naehe sind und doch jeder sein eigenes kleines strandhaus besitzt.

Es ist ein einfaches,aber schoenes leben. Das rauschen der wellen. Der wind, der die hitze des tages ertraeglicher macht.
Frische kokosnuesse, sowie papayas aus dem garten. Gute gespraeche, spannender lesestoff und feines essen versuessen uns die stunden.

Taeglich kriegen wir besuch von unserem neuen, liebgewonnen freund, „toto“.
Er bezieht eine runde streicheleinheiten und schaut im haus nach dem rechten.

Schon bald so hoffen wir, wird die ruhe die dieser ort ausstraht gebrochen, neben dem wind und den wellen wird dann wohl auch ab und an ein babygeschrei in der luft liegen.
Neben dem trieffenden hund noch ein sabber baby und neben dem frisch fisch auf dem tisch, die milchkuh auf dem stuhl.

In diesem sinne wohl die letzten zeilen in voller rundung.....

22.08.08

Permalink 05:46:10, Kategorien: Tagebuch, 1348 Wörter   German (DE)

Thailand die erste.....mitte juni 08 bis mitte august 08

Von der laotischen hauptstadt vientianne, schlaengelt sich die strasse am mekong entlang, der hier eine natuerliche grenze zu thailand bildet. Ueber die sogenannte freundschafts bruecke gelangt man schliesslich ins koenigreich von thailand.
Dass wir diese etappe mit dem rad zuruecklegen, ist ehrensache......das grosse finale sozusagen, zieleinfahrt der unplanmaessigen „toure de schwangerschaft“.......durch andere laender, mit anderen aussichten und unter voellig unerwarteten umstaenden......
Zieleinfahrt? Ein laengerer boxenstopp trifft unsere situation wohl eher. Doch koennen und wollen wir zum jetzigen zeitpunkt noch keine voraussagen fuer die zukunft machen.
Wir nehmen tag fuer tag.

Sind wir durch die erfahrungen die wir bis hier hin gesammelt haben, reicher und weiser geworden.........

Oder blos ein wenig aelter......aber bedeutet alter nicht gleich reichtum......man koennte es so sehen wenn man moechte. Mit jedem lebenstag mehr, haeufen sich die erfahrungen, der lebensschatz eines jeden von uns waechst taeglich......schade eigentlich, dass wir in unserer schnelllebigen kultur keinen platz mehr fuer die alten-weisen haben......sie abschieben, als ungebraeuchlich und unnuetz abstempeln. Nur alleine aus dem grund, dass der umgang mit ihnen zeit aufwaendiger ist......
doch waechst mit jedem investierten augenblick ins scheihnbar unwichtige, der reiche lebensschatz......

In der schwuelen tropenhitze thailands, faellt es schwer sich an den tisch zu setzen und ueber die vergangenen monate zu schreiben.

Doch nun mit dem blick aufs meer, bringt eine luftige brise frischen wind und laesst die fest gesessenen erinnerungen durch uns hindurch stroemen, kommen ganz von selbst ueber den kopf in die fingerspitzen, durch die tastatur in den computer und bald schon per internet, mit wenigen maus-klicken, zu euch nach hause in die gute stube oder ins buero.......fall’s ihr denn trotz schweizer sommerhitze in der stimmung seit solch vieler worte zu lesen, dann werded ihr uns bald ein stueckchen naeher sein......

Geteilte momente verbinden, weit weg von euch leben wir die tage, drum sei dies der faden, der uns binded. Natuerlich beruht dieses gespann auf gegenseitigkeit.....lebt von geben und nehmen.......dies der grund, weshalb uns jeder einzelne eintrag auf unserem gaestebuch oder in unserer mail-box, solch freude bereitet......egal was fuer worte geschrieben werden. Es sind kleine zeichen, signale von euch, der bindung und der anteilnahme. Leider ist dies nicht jedermann’s sache, so scheihnt’s......und etwas traurig ziehen wir nach fast einem jahr auf achse und raedern, die bilanz, dass es scheihnbar auch leute gibt, die nur von uns nehmen und nicht ein einzigmal, ein wort von sich, an uns vergeben......

Jubelschrei und traenen der freude....herzlichst heissen wir am 15. juni 08 ein neues familienmitglied willkommen.
Jamie lee muehlemann...
marcel’s goettibueb. Nach neun monatigem aufenthalt im bauch von marcel’s schwester janine, ist er ausgezogen aus seinem kleinen feinen nest um die grosse, weite welt zu entdecken...... In unseren herzen tragen wir ihn schon lange, nun koennen wir es kaum erwarten, ihn in unsere arme zu schliessen.....und ihm die eine oder andere geschichte aus fernen laendern zu erzaehlen.
In der zwischenzeit, wuenschen wir janine, roger und jamie das aller beste!

Uns erwartet hier in thailand eine zeit der verbundenheit. Teilen wir hier mancher unserer tage mit vertrauten personen aus der heimat. Lange haben wir diese momente des wiedersehens herbeigesehnt, jetzt sind sie wirklichkeit und alltag geworden.....schoen die stunden mit vertrauten gesichtern zu teilen. Berreichernd und abwechslungsvoll, die zeit gemeinsam zu verweilen......den moment zu geniessen...und fuer augenblicke zu vergessen, dass wir doch alleine sind......eine wahre wohltat fuer unser beider gemueter, frischer wind der unsere kreisenden gedanken ein stueckchen schwehreloser werden laesst.
Wir danken herzlichst, roman und nelly, popi mit lily-rose und diego sowie urs!!!
Schoen ein stueck unseres weges mit euch gegangen zu sein.

Unser stop in nord thailand ist wegen heftigsten regenfaellen, laenger ausgefallen als geplant...so mussten wir kurzerhand all unser hab und gut in den nachtzug verfrachten, um rechtzeitig zur ankunft von roman und nelly, in bangkok zu sein.
Baby hatte gelegenheit goetti kennenzulernen und umgekehrt, mami hat dank nelly ein voellig neues outfit, wo bauch rein passt- meine rettung......wir geniessen den mitgebrachten kaese und co.und marcel freut sich, wiedermal ein glaeschen in gesellschaft zu kippen......das gemuetliche beisammen sein, die vielen gespraeche, dass gute essen und die pulsierende stadt, hat uns allen wohl gut gefallen.
Viel zu kurz die zeit, aber viel schoener so, als gar nicht!

Unsere fahrrader sind seit her in bangkok eingestellt und geniessen dort ihre wohlverdiente pause. Rosten und rasten vor sich hin und sehnen sich bestimmt schon auf neuland.....

Den abstecher nach ko chang mit urs, popi, lily-rose und diego, haben wir alle gemeinsam per bus und schiff in angriff genommen.
Die insel wochen waren fuer uns beide sehr erholsam. Zum ersten mal seit langer zeit, einfach ferien machen.
Die zeit zu sechst war angenehm und harmonisch, dank lily-rose und diego war fuer abwechslung gesorgt und so vergingen die wochen wie im fluge!
Marcel und ich konnten am beispiel der fuenf monatigen lily, mal so richtig baby-luft-schnuppern....und erhielten einen realen vorgeschmack auf das, was uns in kuerze selbst erwartet......
Bleibt zu hoffen, dass unser baby auch so ein zufriedener sonnenschein wird.

Der vierjaehrige diego hat uns gleich umgetauft....seit her heissen wir „der mann“
und „babybauch“.

Zurueck in bangkok hat uns der alltag wieder eingehollt.....nach zwei tagen angewoehnung ans hektische treiben, sind auch wir wieder voll im schuss.
Organisieren dies und das......machen abklaehrungen betreff vaterschaftsanerkennung, anmeldungs verfahren des babys auf der ch-botschaft, holen infos ueber die passanforderungen und all den buerokratenkram der uns nach der geburt des babys erwartet.

In den entspannenden tagen auf der insel ko chang, ist uns bewusst geworden, dass wir lieber in solch einer umgebung die geburt abwarten, als in bangkok.
Bei der wahl der insel kamen nur phuket oder ko samui in frage, weil diese gross genug sind und ueber die notwedige infrastruktur, sprich spitaeler verfuegen.

Da uns phuket bereits vertraut ist.......scheihnt der fall klar, uns reizt das unbekannte!
So haben wir ko samui im sueden thailand’s fuer einen moeglichen geburtsort ins auge gefasst.

Eine weiter punkt ueber den wir uns vorgaengig noch versichern wollen, ist ob unser kleines denn nun auch zu einer natuerlichen geburt bereit ist....sprich entlich mit dem kopf nach unten in den startloechern steckt.
Ein arzt besuch verschafft klarheit.

Die rolle ist vollfuehrt......steht strand und meer also nichts mehr im wege.

Nach gut zwei wochen bangkok packen wird unsere neuen begleiter....zwei kleine rucksaecke, gerade mit dem noetigsten gefuellt, wobei „der mann“ und „babybauch“ etwas zurueck stecken muessen, unser ungeborenes verfuegt bereits ueber eine groessere garderobe, als wir beide zusammen.
Hierbei sei noch angefuegt, dass wir kein einziges dieser teile selber erstanden haben.......

Die ueberaus grosszuegigen spenden und geschenke sind alle aus der schweiz und haben bei unseren besuchern, fuer so manches kilo extra reisegepaeck gesorgt......

Womit unser baby all die geschenke verdient hat, bleibt uns ein raetsel.....

Ein herzliches merci unserer seits an all die spender und schencker!!!

Die reise in den sueden erledigen wir „bequem“ per nachtzug. Leider ist gerade sommerferienzeit in europa......somit sind all die zuege in den sueden restlos ausgebucht. Wir muessen einige tage auf ein freies plaetzchen warten und erhallten auch dann nur noch zwei „ober-better“.....dass heisst „babybauch“ muss mit ihren acht monaten noch eine schmale leiter in holprigen zug erklimmen um auf ihr bett zu gelangen.....
Habe extra nicht viel getrunken, weil „babybaeuche“ ja ansonsten alle paar minuten mal muessen....

Unsere erwartungen an die unbekannte insel, von der man so viel schon gehoert hat, wurde entaeuscht......
Nach unseren massstaeben, ist ko samui schon lange kein paradies mehr.......
Voellig verbauen und vom tourismus ueberlaufen....selbst die straende und das meer, die hier ja von einzigartiger schoenheit sein sollen, lassen uns keine luftspruenge machen.

Nun soweit so gut.....
wer suchet der findet......
und siehe da, es tun sich eins, dann zwei, dann drei tueren auf......jede dieser oeffnet wieder eine und somit stehen wir schlussendlich vor einer loesung, die uns troz allem ueberaus zufrieden stellt..........

Urs macht vor seiner rueckreise in die schweiz, nochmals bei uns halt. Fast eine woche geniessen wir zu dritt, bis es „auf wiedersehen“ heisst.

Nun beginnt die „warte-zeit“ am meer.

19.08.08

Permalink 06:58:38, Kategorien: Tagebuch, 2375 Wörter   German (DE)

Laos ende mai bis mitte juni 08

Eine reise....
Zwei geschichten....
Drei personen.....

Zeitgleich mit unserer einreise in laos, beginnt die regenzeit in suedostasien. Der grenzuebertritt von china nach laos ist nicht sehr spektakulaer. Das laotische monats-visum kann direkt an der grenze, gegen eine gebuehr von 35 us dollar bezogen werden. Eine holzbaracke dient als buero, in der ein beamter mit schelmischem gesichtsausdruck uns einen, kaum lesserlichen stempel in die paesse drueckt.
Sabaydee wir sind in Laos.

Die uhrzeit scheint bedeutungslos, gemuetlichkeit und harmonie wird sowie genuss grossgeschrieben. Kein uns bekanntes land strahlt solch eine ruhe und gelassenheit aus.
Das leben fliesst hier wie die unzaehligen fluesse, gemaechlichst dahin.
Unser geliebtes laos, freudig fuehrt uns unser weg zum drittemal zu diesem faszinierenden plaetzchen Erde.

Unsere erste station Luang namtha, ein friedliches dorf auf einer hocheben liegend, umgeben von huegeln. Wir haben diesen ueberschaubaren ort bei unserere ersten laosreise kennengelernt. Erstauhnlicherweise sind hier die vergangenen fuenf jahre fast spuhrlos vorueber gezogen. Veraenderungen gibt es nur wenige. Auffallend ist jedoch die makellose strasse die von der chinesischen grenze bis hier hin fuehrt und angeblich in gleichem zustand weiter bis zur noerdlichen thaigrenze verlauft. Vor fuenf jahren war dieser weg in der regensaison nur sehr beschwehrlich zu befahren, da sich die ungepflasterte strassen in die reinste schlammpiste verwandelte.....
Laos steht geographisch gesehen genau zwischen china und thailand. Dem chinesischen- und thailaendischem wirtschaftsinteresse ist es zu verdanken dass sich hier nun die beste strasse des ganzen landes befindet.
Zum altbekannten ort, treffen wir hier auch auf bekannte gesichter.....unser polnisches-radler-duo, mat und raf.....die bei der einzigen chinesischen-camping aktion mit von der partie waren. Wir freuen uns ueber das unerwartete wiedersehen, dieses ungleichen paares...
Allerdings hoeren wir mit bedauern, dass ihre radler-karriere bei weitem nicht so ausdauernd ausgefallen ist, wie geplant. Schon wenige tage nach unserer begegnung in den chinesischen bergen, haben sie ihre fahrraeder eingestellt. Die schnauze voll vom auf und ab strampeln im regen, sind mit bus und zug durchs land. Auch treffen wir hier das schweizer radler-paerchen (ened am roestigrabae) Alain und carolie wieder. Zu sechst verbringen wir eine angenehme zeit.

Hier beschliessen wir das wir die folgende etappe bis nach luang prabang unterschiedlich in angriff nehmen. Wir radeln frueh morgens gemeinsam zum 10 kilometer entfernten busbahnhof. Dort trennen sich unsere wege fuer die kommenden drei tage.

Tag 1:
Fahre vom busbahnhof alleine los, hochstimmung, entlich wiedereinmal volltempo dreissig, das rauschen der raeder, wind im gesicht. Will es wissen, was gibt mein armseliger koerper noch her, wo ist die grenze, was moegen meine laschgewordenen eingeweide noch pumpen......?!
Schon nach wenigen stunden kurble ich und mein wieder gefundener freund, mein rytmus gemeinsam daher. Die wunderschoene landschaft zieht sich dahin, versetzt mich dank meinem freunde in trance. Strasse ok. marke china...
Fahre 50 kilometer im nu, bevor mich diese verdammte schlange aus meinem schoenen traum reisst und mich mit puls hundertachzig mitten auf der chinastrasse stehen laesst.
Diese giftig, gruene kleine schlange, die kopf aufgestellt, nur einen ellen-abstand von meinem fusse entfernt, sich blitzschnell in rueckwaertsbewegung auf und davon macht.
Ich weiss das hier in suedostasien sehr gifftige schlangen wohnen und das schon manch ein laote, bei der arbeit im feld gebissen und auf schmerzlichste weise vollendet ist. So bedanke ich mich tausendmal und fahre weiter. Ein gutes gefuehl!

Kreuzung: Ade china-strasse, mein weg fuehrt suedwaerts, hinein in die von huegel gepraegte landschaft...vorbei war das kurze vergnuegen, genuesslich auf gutem belag dahinzurollen, von nun gilt: „Aufgepasst schlagloecher!“
Treffe andrea, der nette busfahrer legt sogar einen kurzen stopp ein, damit wir wenige worte austauschen koennen, bevor er seine riesenmetallkiste wieder in fahrt bringt. Jetzt weiss ich, von nun an bin ich „koenig der strasse“, der einzige bus pro tag, der in dieser richtung faehrt zieht gerade mit einer staubwolke um die naechste kurve.
Gewitterwolken:, stehe nackt im regen und fuehle mich frei.
Anstieg auf kleineren pass, die aussicht ist grossartig. Pick-nicke in einem der bambusunderstaende, die hier in laos zahlreich am strassenrand stehen.

Tag 2:
Es ist fuenf uhr morgens, halb im schlaf starte ich diesen, zu dieser uhrzeit noch in Nebel gehuelten Tag. Ich weiss, dass von elf bis fuenf, die sonne erbarmungslos niederbrennt. Ich nehme mir vor, in dieser zeit, an einem fluss zu rasten. ...Komme schlecht vorwaerts. Immer wieder muss ich vom rad steigen und dieses muehsam den naechsten huegel raufstossen.

Inzwischen ist es mittagszeit, mein walk-man spielt „Hurrican“- bob-dylan. Viel zu spaet realisere ich, dass dieses maedchen und ihr roller auf mich zurasen und mich samt fahrrad zur seite schleudert. Weil ich es mir nach meinem schlangenmaloer, zur gewohnheit gemacht habe, den Strassenrand zu meiden, jage ich mich selbst ins naechste adrinalinpumpende Erlebniss. Entgehe nur knapp einer erneuten katastrophe. Im dorf, eingekreist von duzenden mitgliedern dieses hier ansaesigen bergstams, fuehle ich mich, wie die hauptzutat des ihren bevorstehenden mittagessens. Ich bin das tagesereigniss schlechthin, bezahle mein am moped angerichteter schaden und verlasse dieses idylische, auf einem bergkamm liegende dorf. Inzwischen hat es wieder angefangen zu regnen, und der versuch mittels frontbremse, herr der naechsten kurve zu werden, endete mit einer bauchlandung die das ganze, mir nachschauende dorf, in erneute begeisterung meiner farhrkuenste versetzte.
Dankbar diesen tag, mit seinen mir gestellten pruefungen gemeistert zu haben, schlafe ich in meinem schaebigen dreiquatratmeterzimmer ein.

Tag 3:
Aufbruch frueh.... 115 km bis luang prabang, vermisse andrea und bauch..... will diese etappe in einem tag fahren, nach karte soll die strasse dem flusslauf folgen, also nicht allzuviele hohenmeter........
Die zahlreichen kinder, die sobald sie mich sehen, am strassenrand in stellung gehen, ihre kleinen schmutzigen haende austrecken und warten bis ich an ihnen vorbei fahr und mit ihnen ihr wunderschoenes haendeabklatschspielchen spiele, verleihen mir hoechstgefuehle.
Noch niergens sah ich solch zufriedene, glueckliche kinder wie hier im paradisischen nord-laos. .....wie sie im wasser planschen, hinter einem abgedienten autoreifen herspringen, im baum fruechte pfluecken, haengebauchschweine reiten, kinder die die nationalstrasse mit malsteinen bemalen und solche, die in selbergebastelten holzfahrzeugen den huegel hinunterflizen. Kinder die stolz mit ihrem, an einer schnurr angebundenem sommervogel gassy gehn und kinder, die nackt im regen und dessen pfuetzen spielen, sowie die suessen kleinen, die in einer haengematte im schatten schlafen.
Meistens tragen diese kinder, ihre kleineren geschwister, mit einem tuch auf dem ruecken festgebunden, um ihnen all die wundervollen spiele zu zeigen.....

Ich wuensche ihnen von herzen, dass sie dieses unbeschwerte spiel, noch manche generation weitergegeben koennen und das es nicht von iirgendwelchen, besserwissenden vollidioten verpoent und untersagt wird.
Und stellen wir uns doch die frage, inwiefern ein kind, dass in unserer „modernen“ gesellschaft lebt, noch kind sein darf ?!

Die verdammten schlagloecher lassen meine gepaecktraegerbefestigung reissen...
So mache ich an einem wunderschoenen fluss rast, geh schwimmen und repariere im schattigen bambuswald mein rad. Hier koche ich meine dritte mahlzeit. Es ist bereits wieder mittag. Ohne futter laeuft nichts, meine verbrennung fuktioniert einwandfrei. Bei dem gedanken, heute abend mit andrea indisch essen zu gehen, laeuft mir erneut das wasser im munde zusamenlaufen.
Also raff ich mich auf und trette vorwaerts nach luang Prabang.
Rechtzeitig vor sonnenuntergang erreiche ich dieses schlafende oertchen, welches am mekong fluss liegt, hier treff ich andrea, die in der zwischenzeit ein schoenes zimmer mit garten gefunden hat. .....geschafft!! die freude ist riesen GROSS!

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...meine 3 tage sind schnell erzaehlt....

Noch lange warte ich am busbanhof. Troepfchen weise trudeln weitere passagiere ein. Der bus wird mit allem moeglichem beladen, immer wieder werfe ich einen pruefenden blick auf dessen dach, um mich zu vergewissern, dass nichts auf mein fahrrad gepackt wird.

Erstauhnlicherweise habe ich das glueck, dass keiner den mut finded, sich neben eine schwangere zu setzen. Somit geniesse ich als einzige, das privileg zwei sitze fuer mich zu haben.
Es kann los gehen.....setze mich an meinen platz und hefte schon jetzt meinen blick aus dem fenster, damit ich marcel auf gar keinen fall verpasse. Obwohl dies wahrscheindlich noch etwas dauern kann......in den gut zwei stunden, die ich auf die abfahrt gewartet habe, ist er bestimmt schon ueber alle berge.......
Ruhig aber doch in zuegigem tempo, kommen wir auf der makellosen china strasse voran.....von marcel weit und breit keine spuhr.
Kreuzung: china strasse ade!
Von nun an geht es rumpelnd und stockend vorwaerts.....immer wieder muss der buschauffeur schlagloechern ausweichen, abbremsen und erneut anfahren.....
Gluecklicherweise gehoert die schmale, loechrige strasse uns allein.
Oder doch nicht ganz........
Erkenne marcel und sein rad von weitem.Hin und her kurfend, beansprucht er die ganze strassenbrete. Auch er scheihnt in der annahem, die strasse gehoere ihm allein.....

Miss balloni’s chauffeur, der marcel bereits vom busbanhof her kennt, stopt vorsichtig neben diesem.

Ganz zu meiner freude.....habe mir bereits ausgemalt, unser wiedersehen, mit einem kurzen winken und luft kuessen aus dem busfenster, zu celebrieren.
Nutze die gunst der stunde und steige aus meiner rostigen kutsche, um mit meinem „Koenig der strasse“ einige worte zu wechseln.
Viele bleiben mir nicht. Hoere gebannt der geschichte vom „beinah schlangenbiss“ zu......schon ist unsere zeit um. Der bus gibt ein leises tuten von sich, setzt somit das zeichen zur weiterfahrt. Steige ein, ein winken, ein luftkuss und das versprechen, uns in 3 tagen wieder zu sehen weht aus dem fenster und haften sich noch lange zeit in meinem gedaechniss.
Wir rumpeln um die naechste kurfe, verliehre das „Duo infernale“ aus den augen.....
Meine gedanken haengen an den eben gehoerten worten und ich hoffe von ganzem herzen, dass mein lieber die solo-radlertage, schadlos uebersteht...... gesund und munter zu mir und bauch zurueck kehrt.

Meine tages reise per bus nach luang prabang, verlaeuft friedlich.....
Geniesse diese art der fortbewegung jedoch mit gespalltenem herzen. Zum einen bin ich ueber alle maasen dankbar, mit hilfe der motorenkraft, die unzaehligen berge, paesse und huegel zu meistern. Haette mich diese strecke doch zu sehr gefordert.
Zum andern schaue ich leidend aus dem fenster, lasse wundervolle landschaften, verschlafen doerfer, spannenden bewohner, mensch und tier, sowie die suessen, dreckverschmiereten kinder, an mir vorbei ziehen. Passiv geniesse ich das mir gebotene spektakel eines laotischen alltags.
Ich erlebe intensiv, was es bedeutet, betrachter zu sein.
Nur zu schauen und nicht teil des ganzen zu sein, laesst mein herz weinen. Gerade hier, in diesem land, verpasst man somit das wesentliche. Die abschnitte, die zwischen den wenigen busstrecken liegen, sind die, die einen gross teil der faszination und einzigartigkeit ausmachen.
Schade, diese nur zu sehen und nicht zu erleben!

Gegen abend erreichen wir den busbanhof ausserhalb von luang prabang. Ich beschliesse die gut 10 kilometer ins zentrum auf meinem drahtesel zu geniessen. Meine vom viel stuendigen sitzen, steif gewordenen gelenke, aufzulockern.
Mit halbplattfuss, wieder einmal zu faul zum luftpumpen, trette ich gemaechlich richtung sonnenuntergang.
Finde schnell eine passende unterkunft und verbringe die fogenden tage, meist gemuetlich in meinem gaertchen sitzend.....
Bauch scheihnts zu gefallen......schaukelt friedlich hin und her und massiert mamis eingeweide mit seiner bauchturnerei.

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In luang parbang verbringen wir eine wunderschoene zeit. Wir geniessen unsere wiedervereinte dreisamkeit, die hier erhaeltlichen baguettes und die frischen koestlichkeiten vom markt. Freuen uns ueber die alltaegliche abkuehlung nach den kurzen, heftigen regenguessen.

Nach einer woche reisen wir erneut gtrennten weges, suedwaerts weiter.

Die naechste etappe: Luang prabang nach vang vieng.

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Auf meiner laos-karte sind hohe passe eingezeichnet, steigungen ueber 12 grad. So bin ich vorbereitet und radle zuversichtlich richtung sueden. Meistens schiebe ich mein rad. Die kurzweiligen strecken, welche ich herunterflitzen kann, sind nicht der rede wert. Ich werde jedoch mit faszinierenden aussichten auf eine wunderschoene, meist in nebelgehuellte, huegelige landschaft belohnt. Diese weitblicke, die verschiedensten vogelrufe und die um mich huepfenden schmetterlinge lassen mich jede anstrengung im nu vergessen.
Nach drei tagen erreiche ich vang vieng, ein turisten-dorf das zwischen wunderschoenen Karstbergen an einem schmalen fluss lieg.
Hier geniessen wir „westler food“, hamburger mit pommes, ketchup und pepsi und schauen die amerikanische TV-serie „friend’s“, die hier von morgens bis spaetabends, non-stopp in saemtlichen restaurants ausgestrahlt wird.
Ab 23.30 uhr schaue ich mir auch das EM-eroeffnungsspiel an. Bin begeistert und stimme mit den laotischen fussbalfans ueberein, dass die tickende uhr, welche vor dem startpfiff, von und mit zahlreichen menschen gespielt wird, ein produkt aus dem hause schweiz sein muss.

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Meine busfahrt von luang prabang nach vang vieng, ist im wahrstensinne des wortes zum kotzen......
Dass geschwister paerchen im sitz mir visavie, gibt geraeuschvoll alles her was es zum fruehstueck verzehrt hatte.
Auch mir steigt meine morgenstaerkung immer weiter den hals hinauf......bleibe jedoch herrin der lage. Geplagt von uebelkeit kann ich denn nicht einaml die fensterausicht geniessen und sehne blos das baldigen ende dieser tortoure herbei.
Baby scheihnt sich bei dem geruettel und geschuettel, den unzaehligen kurfen und dem ewigen auf und ab in hoellem tempo, auch nicht mehr sehr wohl zu fuehlen. Bremsend stemmt es seine kleinen beinchen und fuesse gegen mamis bauchwand, was deren magendruck nicht gerade erleichtert.

Nach 6 stunden ist der spuk vorueber. Torkelnd belade ich mein rad und trette im schneckentempo richtung unterkunft.
Baby und ich haben schon im stillen vereinbart, die naechste strecke wieder mit dem fahrrad zu meistern.

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Nach wenigen erholsamen tagen radeln wir gemeinsam richtung viantainne der hauptstadt des Landes.
Hier sehen wir die einzige fabrik waerend des ganzen laos aufenthalts, in welcher zementhergestellt wird.

In vietianne wechseln wir nach einer schreklichen ersten nacht, das hotel.

Bettfloehe rauben andrea den schlaf und treiben sie aus unserem schlafzimmer auf die terasse, wo sie entnaervt eindoest und einem french-kanadier zum opfer faellt.
Dieser vollidiot schleicht sich in unser zimmer, klaut andreas geldbeutel, pass und digitalkamera, welche unmittelbar neben mir liegen und bringt diese auf sein nebenanliegendes zimmer. Dort durchsucht er zuerst den geldbeutel, klaut saemtliches geld, wirft pass, kreditkarten und leeren geldbeutel in den im gang stehenden abfalleimer und stellt unsrere kamera, mit seinen dreckfingern angetastet, unter sein bett. Danach verlaesst er das hotel.

Als wir beide erwachen und den verlust feststellen, verstaendigen wir sofort die polizei. Diese erscheihnt zahlreich und laesst uns zeugen einer erstklassigen ermittlungen werden. Wir geniessen dedektiv-arbeit par-exellance, in welcher zeugenbefragung, tatortdurchsuchung und zuguterletzt, die durch die spurensicherung angewante fingerabdrucktechnik zum Erfolg und Festnahme des Diebes fuehrt.
Wenige tage danach sitzen wir im immigrations-polizei buero der dieb haendigt uns das geklaute geld wieder aus.
Nur der hinweis, auf eine an den „dreisterne-tragenden-polizeichef“ gerichtete spende, laesst uns die profesionalitaet der behoerde hierzulande anzweifeln.

Im neuen hotel, einem franzoesischen kolonialgebaude, geniessen wir unser grosses, flohfreies zimmer. Essen kuchen und freuen uns, auf das uns bevorstehende holzofenpizza-abendessen. Welches wir dank unserer einzigartigen fingerzeichnung und der „fast profesinellen Polizeiarbeit“ noch leisten koennen.
Wir feiern andreas dreissigsten geburtstag!

24.07.08

Permalink 13:38:14, Kategorien: Tagebuch, 672 Wörter   German (DE)

Wenn walfische reisen

Miss ballonis fahrradabenteuer
eine kleine episode aus dem leben einer ‚schwangerschaft auf raedern“

Ein alptraum ist es dies mal der sich in der nacht einschleicht und sein gesicht auch waehrend des tages nicht verliehrt......jede sekunde mein begleiter zu sein scheihnt. Ohne jegliche aussicht auf hoffnung, treiben wir gemeinsam, tag um tag ein stueckchen weiter.....
Wenn lebenstraeume zum alptraum werden und man sie trozallem weiterfuehren muss, ohne zu wissen wozu......

Komisch, die ersten monate auf dem rad durch die schweiz, italien, tuerkei und syrien.....es hat solchen spass gemacht. Jeden tag einwenig fiter......fahrtgeschwindigkeit und tageskilometer beweisen es schwarz auf weiss. Abends noch immer nicht muede, obwohl man den ganzen tag auf dem rad verbracht hat. Ich meist voraus.....mit freudigem laecheln erwarte ich bei den pausenstops marcel’s ankunft.

Was fuer ein lebensgefuehl, jung, dynamisch, wind in den haaren, abenteurlicher blick in die ferne, totale freiheit – wow!

Dann eines tages, wir befinden uns gerade in diesem fiesem 1500 hoehenmeter anstieg von beyrut (lebanon), an die grenze syriens. Was ist nur mit mir los, schleicht sich da eine krankheit an, meine brueste sind so komisch gespannt. Marcel ist mir immer eine nasenlaenge voraus und das am berg, wo ich doch stets in fliessendem rythmus, langsam aber stetig vor ihm her pedaliert bin.
Wenige tage spaeter haben wir die merkwuerdige „andrea faehrt langsam krankheit“ ausfindig gemacht.....da hat sich doch jemand eingenistet in ihrem bauch. Ich bin schwanger!

Von diesem tag an geht es fahrtechnisch mit meiner ausdauer nur noch berg ab......

Der frust hier rueber staut sich bis ins unermessliche und entlaedt sich in china zum boesen gewitter.
Hauptgrund fuer meine miese laune sind weder das wetter, noch die berge, noch die chinesen... ich kann es partout nicht leiden, die letzte zu sein oder mich als verliehrer zu fuehlen.
Jedoch hat beides seit beginn der schwangerschaft von mir besitz ergriffen......muss ich doch seither taeglich hinter marcel her kriechen. Je sehr ich mich auch anstrenge, ich bin immer die letzte.
So sehr ich mich auch bemuehe, anstelle einer verbesserung wird meine fitness taeglich weniger. Verbohrt kaempfe ich weiter.....ohne erfolg. Ein elendes gefuehl, sich staendig als verliehrer zu fuehlen. Vielleicht werde ich eines tages von dieser erfahrung profitieren. In china jedoch fehlt mir die kraft, irgendwelchen positiven nutzen daraus zu ziehen.
Ich mache marcel und mir das leben schwer und kaempfe mich lieber taeglich mit verbissener, unfreudiger miene ab, als uns beiden einen gefallen zu tun und mein zeug in den bus zu packen.

Was fuer ein lebensgefuehl, jung, schlapp, regennasses haar, den blick auf marcel’s hinterrad, totale verbissenheit – wow!

So sitzen wir viele tage unfreudig in unseren saetteln und treiben uns mehr schlecht als recht stueckchenweise voran.
Marcel verbringt etliche zeit damit, auf dem hoechsten punkt des berges auf mich zu warten. Als dank dafuer, erntet er nur boese blicke und unliebe worte.
Die geduld fuer mich scheihnt ihm in diesen monaten wohl nie auszugehen. Jeden tag versucht er auf’s neue mich auf zumuntern und zu motivieren.
Meine immer groesser werdenden tempo einbusungen ziehen das ganze jedoch zaeh in die laenge.....langsam kommen wir vom fleck. Viele male im tag muss ich vom rad steigen und dieses verdammte ding den berg hoch schieben. Wozu?
Dem dickschaedel zuliebe....der sich nicht eingesteht dass es wohl nicht mer so toll steht mit der sportlerkondition.....und das troz gesundem lebensstyle....

Sieben monate „schwangerschaft auf raedern“ ziehen ins land.......bis ich mir all dies eingestehe. Meine sieben sachen in den bus packe und aufgebe. Marcel wird seine radreise noch ein stueckchen weiter traeumen. Alleine auf den landstrassen von laos. Verdient hat er es alle mal, noch einmal so richtig tempo in die pedalen zu geben, sich absolut frei und dynamisch zu fuehlen......bevor es dann vom kettenwechsel zum windelwechseln geht.
Alles wird gut, beide gluecklich und zufreiden.

Was fuer ein lebensgefuehl, hochschwanger, fit, abenteurliche sonnenbleichung im haar, den ruhenden blick auf dem runden bauch und einem zufriedenen marcel der mich von herzen anstrahlt, in dem moment, als ich ihn mit dem bus ueberhole – wow!

21.07.08

Permalink 11:08:18, Kategorien: Tagebuch, 1034 Wörter   German (DE)

China yunnan provinze mai 08

Sollte man nur zeit fuer eine provinz china’s haben, soll es yunnan sein. So preisen alle reisefuehrer....
Vom tropischen regenwald mit tigern und elefanten bis zu den atemberaubend hohen bergen des tibetischenplateau mit yaks....yunnan deckt die ganze pallete ab. Genauso vielfarbig wie seine natuerplaetze ist die artenvielfalt der tier und pflanzenwelt...und jede dieser region ist heimat einer anderen minoritaeten gruppe.
Es wuerde einem also nicht schwer fallen, hier einige zeit zu verweilen. Der staendige wechsel der aeusseren begebenheiten, lassen kaum langeweile oder reisemuedigkeit aufkommen.

Unsere zeit wird jedoch langsam knapp...wir haben lange gebrauch um bis hier her zu kommen. Da „miss balloni“ nur noch im schneggentempo fahrradfaehrt....
Da nuetzte die ganze anfeuerungs kunst von marcel nichts, wir haben es nicht schneller geschafft. Also bleibt uns nicht einmal mehr einen monat fuer yunnan. Wir koennen eine visumsverlaengerung beantragen....und ziehen dies allenfalls auch in betracht.

Die sonne scheihnt uns hier bedeutend mehr ins gesicht. Was unserer stimmung und motivation enorme dienste leistet . Die strecke bis kunming muessen wir jedoch noch ein wenig durch den dreck......vorbei an kohlefabriken, die strasse teilen wir uns mit lasttransportern und unsere lungen fuellen sich taeglich mit feinstem kohlestaub und abgasen.....
Abends fuehlt man sich so dreckig, uebrall lagert sich feinster, schwarzer staub auf der haut, auf der kleidung und auf der ausruestung ab.
Nach vier tagen staub schlucken die erloesung, wir erreichen die provinz haupt- und partnerstadt zuerichs bei strahlendem sonnenschein.
Kunming oder stadt des fruehlings wie sie auch genannt wird, liegt auf 1850m und erhaelt dadurch ganzjaehrig ein angehnem mildes klima. Verbreitet trotz grossstadt feeling, eine angenehme atmosphaere........viele zweiradfahrer beleben die innenstadt. Gewisse teile sind ausschliessliche fussgaenger zonen. Kunming ist eine moderne, saubere chinesische stadt.

Die letzten monate auf der strasse haben ihre spuren hinterlassen. Aus diesem grund schiebe ich hier einen kurzen mutterschaftsurlaub ein und erhole mich von den strapazioesen letzten wochen. Waehrend marcel nach wie vor, vor energie strozt und den unbaendigen drang zum weiterradeln verspuehrt. Als grosser liebhaber der berge, zieht es ihn natuerlich richtung nord-westen, in die berge yunan’s und sitchuan’s. Viele dieser riesen liegen auf einer maestetischen hoehe ueber 5000m.
Mich wuerde ein solches unterfangen, im jetzigen zustand jahre kosten. Ueber diese riesen zu rollen, die atemberaubende hoehe erfahren und mit fantastischen ausblicken belohnt werden, hat auch fuer mich seinen reiz....doch muss ich eingestehen, dass es unter den gegebenen umstaenden ein aussichtloses unterfangen waehre.
Vorerst geniessen wir noch gemeinsam ein paar erholsame tage in kunming. Als unsere chinaradler-tage noch in den kinderschuhen steckten, haben wir ernsthaft mit dem gedanken gespielt, unser baby in china auf die welt zu bringen. Der letzte monat war jedoch so zehrend, dass wir einen definitiven entschluss gefasst haben. Wir werden china verlassen und uns eine geburt in einfacheren gefielden schenken.
Geburtsland unseres zoeglings wird demnach thailand. In kunming erledigen wir all die noetigen formalitaeten mit der thailaendischen botschaft. Ein normales touristenvisum wuerde uns zeitlichen druck verschaffen. Also beantragen wir ein medizinisches visum das uns einen stressfreien aufenthalt von bis zu einem jahr garantiert. Dafuer beoetigen wir jedoch einige papiere, unteranderem eine bescheinigung des spitals in bangkok, dass ich wirklich schwanger bin und dort gebaeren werde.
Ein persoenliches statment unserer seits und die bentragung, mit marcel zusammen diese bewilligung zu erhalten, obwohl wir nicht verheiratet sind, er jedoch der vater des kindes ist und bei der geburt kaum fehlen darf.
Spiesrutenlauf mit den beamten....papierkrieg....nerven....ein paar graue haare hier und ein paar da....beharrlichkeit unserer seits.....fuehren uns schliesslich ans ziel und wir sind nun stolze besitzer diese wertvollen spezial-visums.

Wie sich in der zwischen zeit herausstellt, erhalten wir schon bald besuch von roman und nelly, die momentan in unsere wohnung hausen. Die beiden wollen uns in bangkok treffen und gleich im anschluss daran wird uese nach thailand kommen. Was fuer eine freude!
Aber „hu la la“....uns bleiben somit nur noch wenige wochen um bangkok zu erreichen.....und ein langer weg steht uns noch bevor.
Marcels bergtoure wird somit gestrichen und mein „mutterschaftsurlaub“ muss wohl auf ein andermal vertagt werden.
Raeder bepacken und ab richtung sueden heisst unsere neue mission. Wir wollen schliesslich um keinen preis unsere weitgerreisten besucher verpassen.
Unser weg fuehrt uns vorbei an den bekanntesten naherholungsgebiet der kunminger.....den drei seen suedlich der hauptstadt.
Die natur hier laesst schon fast heimatliche gefuehle aufkommen, ist der schweiz sehr aehnlich oder zumindest, unseren erinnerungs fetzen.
Anfangs strampelts sich noch locker in dem flachen terrain. Wird zunehmends huegliger und unser hoffnug, die grenze zu laos in angemessener zeit zu ereichen, schwindet dahin.....
Die tatsache vor augen, besteigen wir nach drei fahrtagen den bus. Lassen uns eine nachtlang durch die berge chaufieren und erreichen im morgen grauen die grenzprovinze zu laos. In der provinzhauptstadt kommen erste tropen gefuehle auf......angenehmes klima, feucht, tropisch, palmengesaeumte strassen. Die restliche strecke bis zur grenze wollen wir wieder aus eigenen kraeften schaffen. So steigen wir nach den pausentagen erneut auf unsere drahtesel. Radeln einen tag dem mekong entlang, auf einer wunderschoenen strasse die sich seinem ufer entlangschlaengelt. Die daurauffolgenden tage fuehren durch maerchenhaften regenwald. Begleitet vom faszinierenden ruf der regenwald sirenen und den unzaehligen, undefinierbaren lauten und toenen, schlagen wir unsern weg durchs dickicht des dschungels.
Es ist als wuerde man tagelang in der madagskar-halle des zueri-zoo’s radeln, nur unermesslich eindruecklicher, weil es eben echt wild ist. In diesen part chinas wuerden wir ohne mit der wimper zu zucken, jeder zeit zurueck kehren.
Von den wilden tieren haben wir leider oder zum glueck, keines zu auge bekommen. Die alte hauptstrasse der wir hier folgen hat den riesen vorteil, dass sie menschen und fahrzeug leer ist und durch den dichten regenwald eine schattig,kuehle alternative ist. Den enormen nachteil, das sie alle berge frontal anpackt und selten verschnaufpausen ermoeglicht. Wer’s hier, bei den unertraeglichen tropischentemperaturen lieber auf die leichte toure macht, der muss wohl oder uebel auf die neue schnellstrasse. Zahlt aber den hohen preis, sich den platz mit busen und lastern zu teilen und wird bei dieser sonneneinstrahlung in der hitze braten, da sich kaum schattige abschnitte bieten.
Nach fuenf-taegigem urwald aufenthalt kommt der grosse tag. Mit freuden steuern wir der laotischen grenze entgegen.
Bye, bye china.....unsere freude ist grenzenlos!!!!

18.06.08

Permalink 15:37:51, Kategorien: Tagebuch, 534 Wörter   German (DE)

China guizhou provinze april 07

Ein traditionelles sprichwort beschreibt Guizhou als ein ein land „wo es keine drei tage gibt ohne regen, keine drei kilometer ohne ein berg, und keine drei muenzen in iirgendwelcher geldtasche“.

Dieses sprichwort enthaelt keine leeren versprechen, es zeigt nackte tatsachen und verschoenert nichts in keinster weise.
Die berge guizhou’s sind reizvolle und spannende orte fuer abenteurer und entdecker.....der tourismus begrenzt sich in dieser provinze auf wenige punkte. Somit bleiben bis heute weite teile urspruenglich und unverfaelscht. Viele orte sind nicht durch den oeffentliche verkehr erschlossen und die zugaenglichen plaetze sind meist nur ueber schlechte strassen zu erreichen.
Das fahrrad bietet hier sozusagen unbegrenzte moeglichkeiten..... ist aber eine extrem anspruchsvolle fortbewegungsart. Da es wirklich in keinster weise flach ist. Es geht rauf oder runter, ohne alternativen. Keine strasse die sich gemaechlich durch taeler windet oder einem der diversen flusslaeufe folgt. Frontale anstiege bis zum hoechsten punkt, um dann wiederum bis zum fluss abzusteigen und auf der anderen seite den naechsten berg zu erklimmen.
Abfahrten haben eigentlich immer viel freude auf unsere gesichter gezaubert, bis wir guizhou-terrain kennenlernten. Dies raubt einem die lust einen berg hinunter zu sausen, weil man schon von im voraus weiss, dass einem dadurch ein weiterer schweisstreibender aufstiegt droht.
Die bewundernswerte aussicht vom hoechsten punkt kann man durch das meist schlechte wetter, viel zu selten bewundern. Was jammer schade ist, es muss traumhaft sein an sonnigen tagen mit weitsicht. Ein meer aus unzaehligen huegeln, bergen, steil abfallenden taelern und schlaengelnde fluesse in den schoensten blau und gruentoenen.
Fakt ist, dass dies nur an seltenen tagen im jahr der fall sein wird. Die jaehrliche niederschlagsmenge ist eine der hoechsten des ganzen landes.
Wer sich trozallem zu einer reise in diese provinze aufmacht und sich mit seinem eigenen fortbewegungsmittel zu den abgelegenen gebieten vorwagt, der wird entschaedigt mit spannenden doerfer. In diesen orten, fern ab jeglicher grossstaedte, leben menschen die noch selten in kontakt mit „nicht-asiaten“ gekommen sind. Kinder verstecken sich aengstlich hinter aelteren oder suche zuflucht in ihren huetten, sobald sie uns sehen. Das ganze wird dann aus sicher distanz neugierig beobachtet. Aehnlich steht es mit den erwachsenen. Trifft man sie alleine an, getraut sich selten einer von ihnen den ersten schritt zu tun. Mit einem laecheln und einem freundlichen „ni hao“ unserer seits, ist das eis meist gebrochen und in vielen faellen erhaelt man ein strahlen zurueck.....und die neugierigen blicke folgen uns noch lange....was wir in unserern rueckspiegeln miterleben koennen. Trifft man auf eine gruppe einheimischer, finded sich mit sicherheit immer einer, der sich getraut uns anzusprechen und durch eine witzige bemerkung alle anderen in lachen versetzt.

In china wuerden sie hunde essen......
In guizhou ganz bestimmt! Hund ist einer der haupt fleischquellen dieser ecke des landes....und wird ueberall angeboten. Wie in china ueblich, natuerlich frisch zubereitet, nachdem man das exemplar seiner begierde zuvor lebend begutachtet und ausgewaehlt hat.
Dies bringt enorme vorteile fuer fahrradfahrer, in china hat man nie mit klaeffenden, wilden hunden am hinterrad zu kaempfen......
wir haben oft ueber die chinesischen essgewohnheiten gestaunt, wenn man sieht was sie alles essen, aber sie hatten auch lange zeit fast nichts und konnten nicht waehlerisch mit essbarem umgehen. Dies hat wohl wesentlich zur heutigen esskultur chinas beigetragen

31.05.08

Permalink 11:10:08, Kategorien: Tagebuch, 1678 Wörter   German (DE)

china hunan-provinz 4 tage im april 08

…regen, regen ,regen, schlammpisten und aerger in der „verbotenen stadt“

Ein unplanmaessiger abstecher in diese provinze. Eigentlich wollten wir noch etwas weiter in guanxi unterwegs sein, richtung nord-westen um von dort direkt in die gizhou-provinze zu gelangen..
Aber da die einzige strasse dort hin gerade unter bauarbeiten steht und eine einzige schlammpiste ist, haben wir unsere plaene nach ein stuendiger schlammschlacht geandert. Sind zurueck zu unserem morgentlichen ausgangspunkt geradelt und werden morgen mit neuen ideen starten. Unser neuer plan fuehrt uns ein kurzes stueck durch die noerdlich liegende hunan-provinz. Um dann von dieser in die benachbarte guizhou-provinze rein zu fahren.
Jedoch wurde auch dieses vorhaben schon am ersten tag zur reinsten schlamm-partie. 30 kilometer haben wir dennoch zurueckgelegt. Meist schiebend, weil der schlamm so undurchdringlich war. Alle paar meter mussten die bremskloetze und schutzbleche wom groebsten befreit werden. Ohne dies waehre ein weiter kommen nicht moeglich. Das ganze ist ein aeusserst kraefteraubendes unterfangen, psychisch wie physisch. Die wenigen fortschritte die erziet werden, sind nicht gerade aufbauend. Im gegenteil, man wird das daemliche gefuehl nicht los, sich einen abzurackern fuer nichts.
Hinzue kommt das wunderschoene, trostlose wetter, dass dir entweder tiefstes grau oder noch besser, feuchte guesse beschehrt. Vom gelaende ganz zu schweigen, dass alles andere als flach ist. Ein huegel jagt den naechsten und ein pass den andern.
Tot muede und braun von kopf bis fuss, erreichen wir gegen abend unser ziel. Noch nie habe ich mich so gefreut, asphalt zu sehen, geschweige denn ein dorf und die aussicht, auf ein warmes trockenes bett und eine heisse dusche. Mit all dem belohnten wir uns fuer die taeglichen strapazen und noch dazue mit einem chinesisches nachtessen vom feinsten.

Die einzig schlechte nachricht, wir koennen von hier nicht die geplante route in die gouizhu provinze nehmen. Denn dies wuerde ein weiter tag schlammpiste bedeuten.....so wird uns von einheimischen erzaehlt. Wie es scheihnt, fuehren zur zeit alle wege nach rom durch den dreck..... Auf einen weiteren tag wie diesen, verzichten wir in kuerze liebend gern. So entschliessen wir uns fuer eine weiter fahrt in der hunan-provinze und driften dadurch immer weiter noerdlich vom eigentlichen kurs ab.
Der neue morgen bringt erneut regen, diese bild wird langsam zur gewohntheit. Ab in die regenkleidung und raus ins graue. Meistens radeln wir an diesen tagen sehr ungespraechig hintereinander her. Jeder fuer sich mit den gedanken irgendwo, den kopf tief in der kaputze vergraben. Dieses wetter hat den vorteil, dass wir meist schneller ans ziel gelangen, weil viele der kleinen stops wegfallen.
Trotz allem geniessen wir das radeln heute besonders, dank des asphalts unter unseren raedern. Es lebe der asphalt......ein hoch fuer diese erfindung!!!
Bald merken wir, dass unser etappenziel fuer heute, wohl etwas zu hoch gesteckt war. Vorallem mir liegen die vorgaenglichen schlamm-abenteuer, noch schwer in den knochen und ich bringe einfach keine kraft in meine pedalen. Nur schleppend kommen wir voran und muessen ernuechternd feststellen, dass wir ohne motorenhilfe, heute gar nichts erreichen. Gegen abend steigen wir bei einem vorbeifahrenden bus auf. Dieser bringt uns in die naechste stadt, ins naechste hotel, ins trockene.

Diese teile Chinas, sind nicht sonderlich zum campieren geeignet. Es bieten sich wenig moeglichkeiten. Entweder ist jeder flecken bevoelkert oder bewirtschaftet oder dermassen unzuegaenglich, dass sich kaum chancen ergeben. Hinzue kommt das unfreundliche wetter. Durch den dauer regen bleibt die ganze ausruestung staendig feucht. Beginnt zu schimmeln und zu mueffeln.......bevor das ganze jemals wieder trocknen kann.
Gelobt seien die uebernachtungs moeglichkeiten in china....sich abend fuer abend in einem der unzaehligen hotels einzurichten und die nacht trocken ueber die runden zu bringen ist gar nicht so schlecht.

Am morgen fuehle ich mich zu keiner weiterfahrt im stande. Zu sehr haben die letzten tage ihre spuhren hinterlassen. Einfach liegen bleiben und nichts tun, mein koerper und mein geist schreien nach einer erholungspause.
Marcel, der immer noch vor energie strozt und wohl pausenlos radeln koennte....macht sich alleine zum stadtrundgang auf.
Kommt kurze zeit spaeter zurueck und hat spannendes zu berichten. Er soll in der stadt eine art umzug beobachtet haben. In der mitte von polizei wagen, sei ein truck gefahren, dessen ladeflaeche voll mit gefangen war. Alle in handschellen auf dem anhaenger stehend, mit grossen schilder um den hals, auf denen etwas auf chinesisch stand.....so fuhr diese „straeflings-parade“ durch die strassen.
Etwas fragwuerdige sitten pflegen die chinesen manchmal in unserern augen.
Gegen abend kehrt die energie langsam wieder in meine knochen zurueck. Wir gehen gemeinsam ins internetkaffe und wollen anschliessend essen gehen.

Ich lese gerade ein mail meiner eltern, in dem sie sich besorgt darueber aeussern, dass ich in china, pro-tibet-mails versende, da steht auch schon die polizei neben mir. Wedelt mit irgendeinem ausweise vor meiner nase rum....blos ein bloeder zufall, sage ich mir beruhigend und stelle mich erst mal dumm. Ich auslaender, ich nichts verstehen chinesisch......dann die freundlich laechelnde ignorier nummer......immer froehlich weiter in den computer schauen, als waer um einem rum eine huelle aus nichts.
Diese taktik wird zunehmends schwieriger.....denn das ueber volle internetkaffe scheihnt sich ab der polizei presaenz an marcels und meiner seite zu amuesieren. Typisch chinesisch wird um uns herum getuschelt und gekichert.....hi,hi,hi.
Wie witzig, zwei auslaender und die polizei....die lachnummer des tages.....
Chinesen koennen sich eben noch an kleinen dingen erfreuen!
Die polizistin an meiner seite wirkt zunehmends iritierter und fingert nervoes in einem buechlein seite fuer seite durch. Probierts zwischen zeitlich wiedermal mit einer andrede auf chinesich und ihrem ausweis......
Ploetzlich scheihnt sie in ihrem buechlein fuendig geworden und praesentiert mir, sichtlich erleichtert, eine seite auf der in chinesisch und englisch, ihr anliegen geschrieben steht.
„Aliens must register to the public police and need special permit”….

Ja schoen und was bringt uns beiden dieser satz….?
Registriert wird man in china immer von den hotelbesitzern. Diese muessen die ankunft eines auslaenders der polizei melden. Ein gueltiges china-visum haben wir auch.......wo liegt also das problem?
Nun schwenkt die nette polizisten mir irgendein formular vor der nase rum.....die stimmung im internetkaffe nimmt besorgniss erregende zustaende an......
Es kugeln sich schon chinesen auf dem boden und halten sich vor lachen die baeuche...waehrend andere sich auf den fuessen rum stehen um moeglichst nahe am geschen zu sein.
Wir beschliessen zu zahlen und verlassen den tatort wortlos. Die polizei, etwas unbeholfen, lassen wir mit der horde verueckter zurueck.

Nicht lange jedoch, schon folgen uns die beiden uniformierten auf schritt und tritt durch die naechtlichen,nassen strassen.
Dem raeuber und gandarm spiel zunehmends ueberdruessig, beschliessen wir dem ganzen ein ende zu setzen. Wir stellen uns dem wortlosen gefolge.
Fuellen wir halt diesen personalien zettel aus...gesagt, getan....laecheln....verabschieden.....

Nein, nein halt stehen geblieben....
was den noch???

„5 minutes“....

O.k, hat ja noch keinen das leben gekostet.....

Aha, eine englischlehrerin tanzt an, stellt sich uns vor und macht uns netterweise klahr, dass wir aus dieser stadt verschwinden muessen und zwar pronto!

Hae...!?!

Diese stadt sei fuer auslaender verboten und jeglicher weiterer aufenthalt hier ist uns somit untersagt. Wir sollen unsere sachen packen und noch heute nacht, es ist unterdessen schon zehn uhr abends, verschwinden. Was wir hier ueberhaupt suchen, ob wir etwas auffaelliges beobachtet haetten......?

Nein, nicht die winzigste sonderlichkeit, grosses eherenwort......

Das gefolge, mitlerweile bestehend aus vier polizistinnen, einem polizist und der dolmetscherin, fuehrt uns zum hotel zurueck....
Unser zimmer wollen sie durchsuchen......

Nein, da weigern wir uns, dass ist privatsspaehre....nur mit durchsuchungsbefehl......wie bildend fernsehen doch sein kann, diese nummer zieht wirklich.

Na schoen, dann wollen wir eure camera sehen...

–kurz ueberlegen- nein, sind wohl keine bilder des umzugs drauf – o.k, camera koennt ihr euch anschauen.....

Dies wird gruendlichst gemacht......und nochmal vor und zurueck, jedes bild genaustens betrachten ob sich nicht doch etwas verdaechtiges finden laesst.....
Ja es gibt leider nichts zu machen, ihr muesst die stadt trozdem heute noch verlassen!

Ha, jetzt kommt super-womans scharfgeschuetz zum zug.....mein wachsendes mutterglueck ist ja nicht mehr zu uebersehen.....und kugelbauch laesst sich mithilfe der holkreuz position noch besser ins rampenlicht setzen.
Ja, aber ich bin doch sooo schwanger, habe noch gar nichts zu abendgegessen, wegen dieses zirkus und ausserdem sind wir mit dem fahrrad unterwegs......
Schwangere frau in der nacht auf fahrrad-reise schicken, mit leerem bauch......schmerzerfuelltes gesicht aufsetzen......hundeblick.....

Schweigen auf der anderen seite, fragende blicke....dann wird in geheimnissvollem chinesisch irgendwas besprochen.......

Weiterhin beim hundeblick bleiben....

Miss dolmetscherin meldet sich zu wort.....ja ihr koennt sowieso nicht mit dem fahrrad aus dieser stadt raus. Wir bringen euch mit dem polizeiwagen und eure raeder werden nachgeliefert.....

Schweigen auf unserer seite......verschwoehrerische worte auf schweizerdeutsch.....
Ich wende mich an das sechs „mann“ starke gefolge......aber mit leerem bauch und schwangerefrauen brauchen doch ihren schlaf und ohne unsere raeder – unmoeglich!

Sichtlich genervter wortwechsel in unverstaendlicher sprache......herr polizist greift zum handy......
Er ruft seinen oberboss an wie uns Frau dolmetscherin mitteilt und vertroestet uns in der zwischen zeit mit smalltalk.
Wie sich heraus stellt ist der boss heute grosszuegig, vorallem in anbetracht der „umstaende“.
Wir duerfen eine nacht bleiben. Werden jetzt aber von der polizei ins restaurant begleitet. Das essen koennen wir take-away mit ins hotel nehmen....und das waers fuer heute, dass zimmer darf bis morgen frueh um neun nicht verlassen werden......es wird polizeilich ueberwacht. Morgen werden wir abgehollt und zum busbanhof eskortiert. Die tickets in die stadt unserer wahl.....duerfen wir selber bezahlen.....dann werden wir mit samt raedern in den bus gepackt und abtransportiert....der buschauffeur erhaelt strikte anweisung, uns erst am zielort aus den augen zu lassen.

Tja, mit diesem angebot koennen wir leben und zeigen uns einverstanden mit der abschiebungsnummer ala china.
Unverstaendlich und fragwuerdig erschiehnt uns jedoch immernoch, weshalb wir so ueberstuerzt die stadt verlassen sollten. Was gibt es da, was wir nicht wissen sollen, was soll diese geheimniss tuerei? Das in china dinge geschehen die nicht fuer jedermanns augen bestimmt sind, weiss wohl jeder......und doch versucht dieser staat nach wie vor alle unannehmlichkeiten unter den teppich zu kehren und unbemerkt verschwinden zu lassen........
Stillschweigen herrscht darueber...... und die verleugnungs taktik kommt dann zum zug, wenn die geheimen waffen der grossmacht ins oeffentliche licht gelangen.

Permalink 11:05:17, Kategorien: Tagebuch, 1030 Wörter   German (DE)

china guangxi-provinz ende maerz 08

Mit dem uebertritt in die naechste provinze, aendert so manches. Natur pur, strassen mit wenig bis gar kein verkehr. Links und rechts alles gruen und ab und an ein kleines dorf. Laechelnde chinesen, spielende kinder , wasserbueffel die den bauern die arbeit auf den feldern erleichtern.
Der einzige nachteil zur vorherigen industrie-provinze ist, dass die strassen nicht mehr flach verlaufen. Die landschaft wird huegelig und unserer erster radlertag in der neuen umgebung wird die reinste berg und tal fahrt. Die erste nacht muessen wir ca. 20km vor unserem gelanten ziel ort kapitulieren und unser zelt aufschlagen. Zusammen mit zwei polnischen radfahrern, die die strecke auch nicht in einem zug geschafft haben. In dieser nacht setzt erstmals regen ein...was wir zu diesem zeitpunkt noch nicht wussten....beides, berge und regen werden uns noch lange zeit begleiten.....
So beginnen wir den neuen tag unter grauem himmel und in extremer feuchtigkeit. Wir radeln mit den polen weiter, jeder in seinem tempo. Die beiden haben ihre radreise erst vor 5 tagen begonnen und sind somit noch nicht so schnell und ausdauernd am pedalieren. Unterwegs setzt heftiger regen ein und wir beschliessen, uns in der naechsten stadt fuer die nacht niederzulassen. Zelt und ausruestung zu trocknen und morgen mit neuem elan weiter zu radeln. Die polen ziehen mit und wir verbringen einen gemuetlichen abend zusammen. Am morgen danach wollten sie frueher raus um die 80 km bis in die naechste stadt zu schaffen...wie sich heraus stellte waren wir frueher dran und da wir in unterschiedlichem tempo fahren, haben wir sie bis zum heutigen tag nicht mehr gesehen....wir wuenschen den beiden viel spass am fahren und moege die abenteuerlust sie noch lange begleiten.

Mit jedem radfahr tag veraendert sich die umgebung. Aus den grossen, gruenen bergen und huegel, die uns so manchen schweisstropfen gekostet haben, formen sich langsam, die fuer china so typischen karstberg formationen.......wie pilze schiessen diese kegel aus den flachen reisfelder.

Wir haben diese gegend um yangshou und guillin schon auf unserer ersten china reise vor sechs jahren, besucht. Nach wie vor verzaubert diese landschaft die sinne.....man kann sich lebhaft vorstellen, dass hier frueher wunderschoene chinesische drachen in den hoelen hausten und feuerspeihend ueber die gipfel der karst-riesen flogen. Gefolgt von zauberern mit langen weissen baerten....hier hat wohl so mancher geschichten- erzaehler seine inspiration geholt.
Heute teilt man sich den platz mit horden von touristen....mehrheitlich chinesische. Das ist im gegensatz zu vor sechs jahren, eine gewalltige veraenderung im landschafts-bild.

Wir treffen hier zufaellig, die „velocos“, moni und robi wieder. Unsere wege haben sich erstmals auf unserer letzten reise im iran, pakistan und indien gekreutzt. Dank unserem szenen-wechsel nach asien, kamen wir nun erneut in den genuss ihrer gesllschaft. Die beiden sind schon seit ueber vier jahren mit den raedern unterwegs und haben so einiges an erfahrung gesammelt....
Mitunter muessen wir hier bei auch erwaehnen, dass sie nicht ganz unschuldig an unserer kleinen radreise sind. Sie haben bei unserer ersten begegnung vor drei jahren quasi den funken in uns gezuendet und uns „gluschtig“ gemacht, fuer diese art zu reisen. Wir verbringen mehr als eine woche zusammen, es gibt einiges zu erzaehlen und wir lassen so manchen regentag in dieser gemuetlichen runde verstreichen.
Es war eine wunderschoenes wiedersehen, wir haben die zeit mit ihnen sehr genossen!
Wo sich unserer wege das naechste mal kreuzen, steht in den sternen......eins ist jedoch sicher, wir werden uns freuen!

In guilin machen wir zum ersten mal vom sogenannten „ coutchsurfing“ prinzip gebrauch. Jeder und jede die in seiner wohnung ein freies plaetzchen zur verfuegung hat, kann dies auf einer speziellen seite im internet anmelden. Alle andern die ab und an froh ueber eine uebernachtungsmoeglichkeit, ein abendessen oder auch nur eine stadtfuehrung sind, melden sich ebenfalls. So ist bereits ein ganzes netz von privaten entstanden, die kostenlos ein bett oder andere dienste zur verfuegung stellen und dies weltweit. Eine super sache, basierend auf geben und nehmen. Denn jeder der anbietet, kann wenn er unterwegs ist, davon provitieren.
Fuer alle die sich einmal etwas genauer darueber informieren moechten oder sich selbst daran beteiligen wollen, unter www.coutchsurfing.com erfaehrt man mehr.

Unser gastgeber war joe, ein kanadier, in unserem alter, der in guilin englisch unterricht. Joe war so grosszuegig, dass er die coutch uebernahm, waehrend wir in seinem zimmer im bett schlafen konnten. In seiner freien zeit hat er uns die stadt gezeigt. Wir haben uns puddelwohl gefuehlt mit ihm und in seinem vier waenden. Zu geniesen gab es den luxus und das gefuehl, einer „eigenen“ wohnung mit kueche, waschmaschine, badezimmer, stube, zimmer, balkon.....
Ein gefuehl, wonach man sich manchmal sehnt, wenn man laengere zeit weg von zuhause ist.
Joe hat uns an seinem zuhause teil haben lassen. Eine schoene erfahrung, wir koennen es jedem reisenden waermstens empfehlen!

Nach einigen tagen haeuslichkeit.....folgen wir dem ruf der strasse wieder, fuehren unser nomaden dasein weiter. Richtung nord-west, unsere mission.....nach einem easy fahrtag im flachen, wird es auch schon wieder bergig......ein tag sonnenscheihn und unzaehlige graue regentage bilden die folge.
Dies wird entschaedigt mit schmucken doerfern und spannenden bewohnern. Wir befinden uns nun in einem gebiet das von den sogennanten minoritaen chinas bewohnt und bewirtschaftet wird. Hier in den huegeln der guangxi provinze sind es vorallem die „dong“ welche die merheit bilden.
Die dong’s sind bekannt fuer ihre baukunst. Ganze haeuser, tuerme und wundervolle bruecken werden aus holz zusammen gefuegt ohne auch nur einen einzigen nagel zu gebrauchen.
In china sind 55 verschiedene gruppen ethnischer minderheiten beheimatet. Viele von ihnen finden in den abgelgenen huegel regionen des suedwestens ihr zuhause. Da sie die minderheit der bevoekerung ausmachen und ihr vorkommen ruecklaeufig ist, sind sie von der ein-kind-politik chinas ausgeschlossen. Diese gilt nur fuer die zu explodierend drohende masse der han-chinesen, welche die 56giste bevoelkerungs gruppe ist und mit 91.9% die absolute merheit bilded.
Unsere route durch suedwest- china wird uns immer wieder in minoritaeten gebiet fuehren. Welche eine spannende und farbige abwechslung zum etwas eintoenigen „han-chinesen“ alltag bietet.
Unterscheidet sich doch jede gruppe nur schon rein aeusserlich durch spezielle kleidung oder ausgefallenen haarschmuck. Verschiedenen baustile und sprachliche diferenzen kommen hinzue.Typische feste und rituale runden das ganze programm ab und machen jede begegnung mit ihnen zu einem unverwechselbaren erlebniss.

29.05.08

Permalink 06:28:23, Kategorien: Tagebuch, 13 Wörter   German (DE)

Drei chinesen mit dem kontrabss stehen auf der strasse und erzaehlen sich was.........

Permalink 05:31:36, Kategorien: Tagebuch, 505 Wörter   German (DE)

china guangdong-provinz anfang maerz 08

Der start in unsere china per rad toure wirkt auf den ersten blick nicht gerade sehr einladend…
Guangdong provinze ist industrie pur……eine riesen stadt von anfang bis zum ende. Hier wird dass meiste produziert,was china zu bieten hat. Fabrik an fabrik, smog, luft verschmutzung, von den verdreckten fluessen ganz zu schweigen. Was fuer ein uebel mag mensch hier nur anrichten....
Auch wir tragen unserer schuld daran.....an der ausbeutung von mensch und natur die hier geschieht. Moegen wir zuhause doch lieber dass billigere kaufen....made in china. Made in gouangdong-province. Klahr ist dies wirtschaft...schaffung von arbeitsplaetzen, aber zu welchem preis. Das ausmaas dieses wachstums nimmt baengstigende formen an.Vielleicht wuerde man sich das eine oder andere schnaeppchen nochmal durch den kopf gehen lassen, wenn man dieses fleckchen erde mit eingenen augen gesehen und mit allen sinnen erlebt hat....
Wir sind froh, dass wir es bei einem kurzen besuch belassen koennen und nicht wie viele andere, hier ein lebenlang wohnen und arbeiten muessen.

Wir koennen uns durchaus vorstellen das es in dieser suedoestlich, liegenden kuestenprovinz auch schoene flecken gibt. Der seltene schwarznackenkrachnich soll hier an wenigen orten noch zu bewundern sein. Jedoch haben wir beides nicht ein einziges mal zu gesicht bekommen.
Nach unserern laengeren „sportferien“ in cairo und hong-kong kam uns das flache terrain des pearl-river-deltas sehr gelegen, so konnten wir unsere muskeln langsam wieder an waermen.

Guangdong bietet hinsichtlich der unterkuenfte einiges. Man kann fuer wenig geld sehr, sehr gediegen hausen und das alle paar kilometer.... und ueber’s essen braucht man sich wohl in ganz china nie den kopf zu zerbrechen. An jeder ecke wird gekocht und gebrutzelt.....es gibt leckere exotische fruechte in huelle und fuelle und kleine lebensmittel geschaefte...schlaraffen-land fuer fernradler!
Der kontakt zu den chinesen hat uns von anfang an gefallen und so manches lachen auf unsere gesichter gezaubert. Wir genossen ihre neugierige, kindlich zurueckhaltende art..... die sich oft sogar in einer scheihnbaren gleichgueltigkeit aeussert. Doch gibt es fast taeglich momente, in denen man sich als filmstar fuehlt... wenn eine gruppe chinesen uns umringt, die strahlen, uns zu winken, mit leuchtenden augen oder manchmal einfach nur mit offenen muendern.....was fuer ein gefuehl.
Die chinesen, vorallem han-chinesen welche die mehrheit bilden, kann man durchaus als egozentriker bezeichnen. Ob dies wohl an der ein-kind-politik des staates liegt.....oder einfach daran, dass so viele menschen miteinander leben muessen und jeder ein stueck des kuchens will. Gerade im strassenverkehr kann dieser wesenszug, zu heikeln situationen fuehren. Das guete ist, dass china wirklich sehr eingerichtet ist fuer zweirad-fahrer und somit viele fahrwege bietet, die auto-frei sind. Jedoch muss man dazu sagen, dass nicht nur autofahrer gefaehrliche manoever vollfuehren......oft sind es andere fahrradfahrer, die einem den weg abschneiden oder vor der nase herumschlaengeln.
Eines muss man ihnen lassen.....diesen kleinen chinesen, mit ihren kurzen beinen und klapprigen raedern ohne gangschaltung......sie sind topfit und so manch aelterer verkehrsteilnehmer ueberholt uns spielend. Was will man anderes erwarten von einer nation, die lange zeit nur das rad als transport- und fortbewegungsmittel hatte.

10.04.08